PI Planning: Das Erfolgsgeheimnis von SAFe®

«Es gibt keine Magie in SAFe®– ausser vielleicht beim PI Planning». Warum SAFe® so erfolgreich ist und warum das Geheimnis im PI Planning liegt, diskutieren wir mit Agile Coach Sebastian Friedsam.

AutorDigicomp
Datum07.12.2021
Lesezeit5 Minuten

Better SAFe® than sorry. Das denken sich inzwischen immer mehr Unternehmen, die vor der Herausforderung stehen Agilität zu skalieren. Zum Beispiel Swisscom, BMW oder Cisco arbeiten mit SAFe® (Scaled Agile Framework®), um die Markteinführungszeiten sowie die Fehler ihrer Produkte zu reduzieren und gleichzeitig produktiver und besser zusammenzuarbeiten.

Anders als andere Skalierungs-Frameworks wie LeSS oder das Spotify-Modell, setzt SAFe® auf die Prämisse: «Nichts schlägt eine agiles Team ausser ein Team von agilen Teams». Aber wie lässt sich das «Team of Teams» koordinieren?».

SAFe® führt dafür das PI Planning (Program Increment Planning) ein. Das strukturierte Big Room Planning ist das Alleinstellungsmerkmal und Herzstück von SAFe®, das es von allen anderen Frameworks unterscheidet. Kurz: Ohne PI Planning ist es nicht SAFe®.

Warum das so ist und wie das PI Planning funktioniert, erfahren Sie im Gespräch mit SAFe®-Trainer Sebastian Friedsam.

Warum ist es notwendig agile Methoden wie Scrum und Kanban mit SAFe® zu skalieren?

Sebastian Friedsam: Ohne Problem, kein Framework. Ob Scrum oder Kanban, im Kern geht es bei allen Frameworks darum, Teams zu helfen, mit schnellen Feedback-Zyklen werthaltige Produkte zu produzieren. Und das funktioniert so lange sehr gut bis wir Produkte betrachten, die über den Rahmen eines Scrum oder Kanban-Teams hinausgehen. Sobald ein Produkt so gross und komplex ist, dass mehrere Teams daran beteiligt sind, stellt sich die Frage der Koordination und der Steuerung der Abhängigkeiten. Das ist das Problem, das alle Skalierungs-Frameworks zu lösen versprechen. Insofern ist SAFe®  eine Ergänzung zu Scrum oder Kanban.

Was ist der spezielle Ansatz von SAFe®? Wie schafft es, das Framework mehrer Teams zu synchronisieren?

Das stärkste Element in SAFe®  – das es aus meiner Sicht auch so erfolgreich macht – ist ein sehr simples Instrument: nämlich ein regelmässiges Face-to-Face Big Room Planning, das in SAFe® PI Planning genannt wird. Wenn wir von Scrum sprechen, dann sprechen wir von Sprints. Dieselbe Logik verfolgt SAFe® auch, allerdings müssen hier mehrere Sprints zum sog. Agile Release Train koordiniert werden. Dafür findet alle 8-12 Wochen ein 2-tägiges PI Planning statt, bei dem in einem sehr strukturierten Prozess alle Teams zusammenkommen, um Abhängigkeiten zu identifizieren, Prioritäten festzulegen und sich auf eine gemeinsame Mission und Vision zu verständigen.

Du sagst, das PI Planning ist sehr strukturiert. Wie stellt SAFe diese Struktur her?

Von der Grundüberlegung ist SAFe® stark an Scrum mit seinen Sprint-Zyklen und den Rollen des Scrum Masters und des Product Owners angelegt. SAFe® legt darüber eine höhere Ebene, die allein der Koordination dient. Das, was ein Scrum Master für ein Scrum Team macht, macht beispielsweise ein Release Train Engineer (RTE) in SAFe® für mehrere untereinander abhängige Teams. Die Struktur des PI Plannings folgt dann der Logik aller Kreativprozesse: Divergenz und Konvergenz. Aus dem Design Thinking oder kennen wir das zum Beispiel, wo erst der Lösungshorizont weit aufgemacht wird und dann analysiert, definiert und priorisiert wird. Diese Abstimmungen folgt bewährten Best Practices und zieht sich dann durch die komplette Organisation, um sicherzustellen, dass die wichtigsten und wertigsten Vorhaben möglichst effektiv realisiert werden.

Standard-Agenda eines PI Plannings

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Arbeiten Sie mit Scrum? Arbeiten Sie in verschiedenen Projektteams? Und fragen sich, wie Sie die agilen Vorteile skalieren können? Lernen Sie das Scaled Agile Framework in unseren Kursen kennen und anwenden.

 

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