5 Ausreden, warum KMU keine Social Media brauchen und warum diese Ausreden Unsinn sind

«Wir brauchen keine Social Media, unsere Kunden finden uns auch so.» Dies ist einer der vielen Sätze, die ich höre, wenn ich Teamleitern oder Geschäftsführern von KMU rate, sich stärker mit sozialen Medien zu befassen. In diesem Blogbeitrag möchte ich dieses Missverständnis aus dem Weg räumen.

AutorSophie Hundertmark
Datum09.10.2018
Lesezeit7 Minuten

«Wir brauchen keine Social Media, unsere Kunden finden uns auch so.» Dies ist einer der vielen Sätze, die ich höre, wenn ich Teamleitern oder Geschäftsführern von KMU rate, sich stärker mit sozialen Medien zu befassen. Beim letzten D_break in Baden haben wir drüber diskutiert, warum KMU kommunizieren müssen. Dabei ist mir schnell aufgefallen, dass die meisten Mitarbeiter oder sogar Geschäftsführer von KMU immer noch die gleichen «Ausreden» nutzen, warum ausgerechnet sie nicht kommunizieren und auch keine Social Media nutzen müssen. In diesem Blogbeitrag möchte ich dieses Missverständnis aus dem Weg räumen.

Bevor ich damit starte, nochmal kurz zur Definition, was ich mit KMU meine. KMU in der Schweiz sind für mich Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitenden. In der Regel agieren die Unternehmen regional oder national, manche aber auch international. Viele Firmen sind älter als 20 Jahre, doch dies ist kein Kriterium. Auch Unternehmen, die erst seit ein paar Monaten existieren, gelten als KMU.

Ausrede Nummer 1: «Unser Geschäft läuft seit Jahren ohne Social Media. Wir brauchen das nicht.»

Diese Ausrede wird besonders von älteren Mitarbeitenden sehr gern genutzt, doch sie ist leider falsch. Natürlich ging es früher ohne LinkedIn oder Twitter, denn diese Kanäle existierten vor 20 Jahren noch gar nicht. Aber das hat sich nun geändert. Twitter und LinkedIn sind auf den Markt gekommen und gleichzeitig auch andere Marktteilnehmer, die bereits aktiv auf LinkedIn oder anderen Social-Media-Kanälen sind. Es wird also Zeit, dass auch Ihr Unternehmen dort vertreten ist. Sie verpassen sonst den Anschluss. Auch Ihre Zielgruppe verändert sich und vertraut immer mehr auf das, was sie im Social Web sehen. Und nicht nur Ihre Kunden sind hier, auch Ihre potenziellen Mitarbeitenden suchen auf LinkediN oder Xing nach einem neuen attraktiven Arbeitgeber.

Man kann dies mit Post, E-Mail und Fax vergleichen. Natürlich funktionierte vor 30 Jahren noch alles per Post oder später dann per Fax und trotzdem verschicken die meisten Unternehmen heute nur noch E-Mails. Weil sie sich an die neuen Medien und Möglichkeiten anpassen.

Ausrede Nummer 2: «Wir wollen gar nicht so viel Kommunikation, wir haben ja gerade genug Aufträge.»

Ja natürlich, im Moment geht es Ihnen, Ihrem Team und Ihren Umsatzzahlen noch gut. Aber das wird sich in den nächsten Monaten oder Jahren möglicherweise verändern. Nämlich genau dann, wenn andere Marktteilnehmer auf den Markt kommen, ihre bestehenden Marktteilnehmer Ihnen in der Kommunikation voraus sind oder wenn Ihre Mitarbeitenden das Unternehmen verlassen und Sie mangels Kommunikation nach aussen keine neuen Mitarbeitenden finden. Es ist sehr kurzsichtig, sich auf dem aktuellen Erfolg auszuruhen.

Als Beispiel sehen wir hier das Schweizer Unternehmen «Charles Vögele». Dem Unternehmen ging es jahrelang gut, plötzlich kamen Zalando und andere Onlineshops in die Schweiz. Charles Vögele hat es hier versäumt, rechtzeitig in das Onlinebusiness einzusteigen. Ganz getreu der Ausrede, «Bei uns läuft ja alles», hat das Unternehmen den Anschluss verloren. Bereiten Sie sich also jetzt schon auf die Zukunft vor und nicht erst, wenn die Zukunft Vergangenheit ist.

Ausrede Nummer 3: «Unsere Kunden sind anders, bei uns ist alles anders als bei typischen Unternehmen.»

Ich gebe zu, diese Ausrede nutze ich auch gern, wenn ich genau weiss, ich müsste eigentlich etwas tun, aber habe gerade keine Lust, etwas zu verändern. Aber das ist falsch. Sie sind nicht immer anders als andere. Natürlich haben Sie vielleicht andere Produkte, Dienstleistungen oder sogar andere Ökosysteme als andere KMU. Dies ist trotzdem kein Grund, die sozialen Medien zu vernachlässigen. Vielleicht haben Sie Recht und Sie sind bislang noch nicht dazu gezwungen, Neukunden über Social Media zu finden. Doch wie sieht es mit wichtigen Partnerschaften oder mit neuen Mitarbeitenden aus? Auch diese finden Sie über Social Media! Gute Mitarbeitende, die auf der Suche nach einem spannenden Unternehmen sind, suchen immer häufiger über die sozialen Netzwerke nach neuen Herausforderungen. Hinsichtlich strategischer Partner finden Sie oft über LinkedIn oder Xing direkt den richtigen Ansprechpartner, was über die Website oft schwer ist. Starten Sie also, sich und Ihr Unternehmen attraktiv in den sozialen Medien zu präsentieren.

Ausrede Nummer 4: «Wir haben gerade andere Themen, die wichtiger sind.»

Dieser Satz ist immer leicht gesagt, doch wenn Sie genauer drüber nachdenken, merken Sie vielleicht selbst, dass es nur eine Ausrede ist. Was sind denn Ihre aktuellen wichtigeren Themen? Lassen sich diese vielleicht auch über eine starke Präsenz im Social Web lösen oder zumindest verkleinern?

An dieser Stelle empfehle ich Ihnen nochmal genau zu überdenken, was Sie mit dem Einsatz von Social Media erreichen können. Sie werden schnell merken, dass viele Ihrer aktuellen Probleme dank Social Networking reduziert werden.

Ausrede Nummer 5: «Wir haben die Kompetenzen dazu nicht, also lassen wir es lieber sein.»

Ja gut, diese Ausrede lasse ich zu Beginn sogar gelten. Doch die fehlende Kompetenz kann man ja schnell dazu gewinnen. Damit meine ich nicht, dass jedes Unternehmen einen Social-Media-Spezialisten braucht. Oft genügen einzelne Trainings oder eine gute Lektüre oder der Austausch mit Kollegen, die bereits Erfahrungen mit Social Media haben.

Ein paar hilfreiche Links für den Start mit Social Selling

Sie wissen nicht genau, wo und wie starten mit Social Media oder Social Selling? Schauen Sie sich diese Tipps mal an:

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Über den Autor

Sophie Hundertmark

Sophie Hundertmark hat einen Master in Business Administration and Online Business. Sie hat bereits in verschiedenen Branchen und Ländern gearbeitet und hat sich in den letzten Jahren immer stärker auf das Online-Business und digitale Strategien fokussiert. Als Gründerin und Partnerin von h-square entwickelt sie Strategien für den Einsatz von Chatbots und unterstützt ihre Kunden im gesamtem Marketing-Mix. Im Februar 2017 hat Sophie die Meet-Up-Gruppe «AI in Marketing» gegründet. Die Rückmeldungen waren so gross, dass sich daraus nun ein Konferenz entwickelt.