Gelebte Digitalisierung – der Alltag von Schweiz Tourismus

AutorSheila Karvounaki
Datum28.05.2018
Lesezeit4 Minuten

Die Digitalisierung oder auch digitale Transformation ist mittlerweile in aller Munde und schon fast zum nervigen Buzzword mutiert. Doch vielerorts gehen konkrete Massnahmen nicht über leere Worte oder die Beschaffung der neuesten IT-Technologie hinaus. Dass es auch anders geht, zeigen wir euch mit dem Best Practise-Beispiel des neuen Jahresberichts von Schweiz Tourismus.

Im Rahmen ihrer gelebten Digitalisierung hat Schweiz Tourismus ST ihren Jahresbericht unter report.stnet.ch erstmals ausschliesslich online vorgelegt. Damit vollbringt ST als öffentlich-rechtliche Körperschaft, die im Auftrag des Bundes und der Branche die touristische Vermarktung der Schweiz im In- und Ausland verantwortet, eine Pionierleistung.

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Liên Burkard, Projektleiterin Corporate Communication ST

«Wir verfolgen keine gesonderte Digitalstrategie», erklärt Liên Burkard, Projektleiterin Corporate Communication und verantwortlich für den neuen Jahresbericht. «Da das Smartphone für viele Reisende unerlässlich geworden ist und sich zusammen mit den sinkenden Roamingtarifen zahlreiche Chancen für die Schweizer Tourismusbranche eröffnen, sind alle unsere Marketing- und Kommunikationsaktivitäten digital geprägt. Damit stellen wir sicher, dass sich der Gast auf seiner Customer Journey umfassend digital und bedürfnisgerecht begleitet fühlt. Von unserer ‹early adopter›-Mentalität soll aber auch, wie beim neuen Jahresbericht, die Tourismusbranche selbst profitieren.»

Davon zeigte sich auch die Jury des Deutschen Preises für Onlinekommunikation beeindruckt: ST schaffte es auf die Shortlist in der Kategorie CR- & Geschäftsbericht. Die Gewinner werden am 14. Juni 2018 in Berlin bekanntgegeben.

Im Vordergrund des neuartigen Jahresberichts steht eine intuitive Suchfunktion, die den gängigen Surf- und Suchgewohnheiten der Userinnen und User entspricht. Auf eine hierarchische Inhaltsstruktur und gezielte Leserführung wurde bei der Erstellung bewusst verzichtet. Vielmehr wird die Leserschaft dazu eingeladen, intuitiv und suchmaschinengeführt durch die Inhalte der Website zu surfen und den für sie selber interessantesten Content zu entdecken. «Wir haben uns im Rahmen eines Agenturwettbewerbs für die Agenturgemeinschaft Srsly und Sanerstudio entschieden, die uns mit diesem Konzept überzeugen konnten», so Burkard.

Snackable Content für mobile Lesegewohnheiten

Die reine Online-Form stellt besondere Anforderungen an Textstil, (Bewegt)-Bild und Grafiken. Zudem geht der neue ST-Jahresbericht weit über das finanzielle Reporting hinaus: «Wir wollten zusätzlich einen Überblick über die Tourismusbranche der Schweiz schaffen. Mit unserem durchdachten Suchkonzept eignet sich der Jahresbericht sehr gut als Nachschlagewerk und Informationsinstrument», fügt Burkard hinzu. «Beim Redaktionskonzept und bei der Textproduktion selbst haben wir darauf geachtet, dass der Jahresbericht mehrheitlich aus ‹Snackable Content› besteht, also schnell überblickbare und konsumierbare Inhalte, die vor allem den mobilen Lesegewohnheiten entgegenkommen. Srsly schuf uns dafür das perfekte technische Umfeld, während Sanerstudio mit ihrem leichten Design die Nutzerfreundlichkeit und Lesbarkeit auf allen Devices sicherstellte.»

Wie weiter mit der gelebten Digitalisierung

Doch mit dem digitalen Geschäftsbericht ist es für ST in punkto «Digitalisierung leben» längst nicht getan. Das nächste grosse Projekt ist bereits in vollem Gange: Der Relaunch der Seite MySwitzerland.com ist für 2019 geplant. Diese Seite bildet mit knapp 30,5 Mio. Webbesuchen jährlich das Rückgrat der Gästekommunikation bei ST. Sie erscheint in 16 Sprachen und ist laut Alexa Ranking weltweit die erfolgreichste Webseite einer Tourismusmarketing-Organisation. «Digitale Technologien entwickeln sich immer schneller weiter. Auch für die Tourismusbranche führt das zu einem grundlegenden Kulturwandel, der Chancen und Gefahren birgt. Mit unserer gelebten Digitalisierung stellen wir sicher, dass wir – und die touristischen Leistungsträger – diese Chancen rechtzeitig packen können», bringt es Burkard auf den Punkt.

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Sheila Karvounaki