Relevanz von Software Engineering und IT-Architektur für Unternehmen und Weiterbildung

Enrique Diez, Product Manager bei Digicomp, sprach mit Arif Chughtai, Fachbereichsleiter Software Engineering und Studiengangsleiter CAS IT Architecture bei Digicomp, über Entwicklungen im Software Engineering und in der Softwareentwicklung sowie Trends in der entsprechenden Ausbildung.

AutorChristine Mäder
Datum14.05.2018
Lesezeit9 Minuten

Software Engineering umfasst wichtige Themen, die in der Software-Entwicklung der Implementierung (Programmierung) vorgelagert sind und so den Kontext für Implementierung und Betrieb setzen. So wird sichergestellt, dass die zu liefernde Software resp. das zu liefernde IT-System die notwendige Qualität besitzt, um das Business optimal zu unterstützen.

Enrique Diez, Product Manager bei Digicomp, sprach mit Arif Chughtai, Fachbereichsleiter Software Engineering und Studiengangsleiter CAS IT Architecture bei Digicomp, über Entwicklungen im Software Engineering und in der Softwareentwicklung sowie Trends in der entsprechenden Ausbildung.


Herr Chughtai, Sie sind bei Digicomp für den Bereich Software Engineering zuständig. Welche Bereiche der Softwareentwicklung werden hier abgedeckt?

Die Themenpalette im Fachbereich Software Engineering bei Digicomp erstreckt sich über Erstellung und Produktion von IT-Systemen, also von Analyse, Design, Implementierung, Testing bis hin zu Auslieferung und Betrieb. Weiterführende Themen, die dabei zum Tragen kommen, sind z.B. Requirements Engineering, Enterprise-Architektur, Softwarearchitektur, serviceorientierte Architektur (SOA), Domain-Driven Design (DDD), Microservices, modellgetriebene Software-Entwicklung (MDSD, MDA, MDD) oder DevOps, Usability und User Experience (UX) sowie Big Data. Aber auch die für die weiterführenden Themen notwendigen Grundlagenthemen wie z.B. objektorientierte Analyse und Design (OOAD), Unified Modeling Language (UML), Objektorientierte und Funktionale Programmierung, Design Patterns oder Testing sind Teil unseres Kursangebots zu Software Engineering.

Gibt es in diesen Bereichen international gültige Standards oder Zertifizierungen?

Ja, es gibt zahlreiche Standards oder Zertifizierungen und deren Zahl wächst stetig. Für Bereiche wie Requirements Engineering, Enterprise-Architektur, Softwarearchitektur, Testing, UX oder die UML gibt es (Quasi-)Standards und/oder entsprechende Zertifizierungen oft mit internationaler Ausrichtung. Eine Vielzahl entsprechender Kurse haben wir im Angebot (z.B. zu TOGAF, UML oder UX) und planen den weiteren Ausbau z.B. für die iSAQB-Zertifizierungen für Softwarearchitektur. Für bestimmte IT-nahe Architekturbereiche wie z.B. serviceorientierte Architektur (SOA) oder Big Data gibt es hingegen (noch) keine Standards, die diese Themen vollumfänglich behandeln. Jedoch gibt es Teilstandards und eine Vielzahl an lokalen und internationalen Zertifizierungsmöglichkeiten, die unabhängig oder abhängig von bestimmten Technologien und Herstellern sein können. Bei Digicomp bieten wir im Fachbereich Software Engineering den Lehrgang IT Architecture an, der mit einem Certificate of Advanced Studies (CAS) abgeschlossen wird. In diesem Lehrgang wird eine ganze Palette architekturrelevanter Themen behandelt. IT-Fachleute werden so befähigt, bei der Entwicklung von Softwaresystemen als Architekten an der Schnittstelle zwischen Business und IT zu agieren, mit Fokus auf IT und/oder Business.

Gutes Thema, wie hoch schätzen Sie den Wert des «CAS IT Architecture» auf dem Arbeitsmarkt ein?

Dieser Lehrgang startete im Sommer 2012 und wird seitdem aufgrund einer guten Nachfrage mehrmals im Jahr durchgeführt. Die Absolventen des Lehrgangs bestätigen uns laufend, dass ihnen der Lehrgang sowohl in der Berufspraxis als auch in der Karriereplanung von grossem Nutzen ist. Allein schon dadurch, dass Architektur in der IT für Unternehmen einen immer höheren Stellenwert inne hat und dies aufgrund der stark gewachsenen inhärenten Komplexität der IT bzw. von IT-Vorhaben langfristig so bleiben wird, hat eine belegbare Architekturausbildung einen klaren beruflichen (Mehr-)Wert. Dazu kommt, dass dieser Lehrgang hersteller- und technologieunabhängig ist und somit auch aus beruflicher Sicht breit aufgestellt sowie mit dem Abschluss als CAS international ausgerichtet ist. Honorieren dürfte der Markt darüber hinaus, dass dieser CAS Teil des angesehenen Master of Advanced Studies (MAS) Business Engineering unseres Partners, der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) ist.

IT-Architektur zeigt uns, wie wir die Hardware zusammenstecken müssen, damit die Computer laufen, richtig?

So könnte man diesen Begriff möglicherweise verstehen. Jedoch kann IT-Architektur weit mehr umfassen. «IT-Architektur» ist leider einer der (vielen) Begriffe, die in der IT nicht eindeutig definiert sind. Je nach Kontext wird IT-Architektur als eine Angelegenheit der Hardware, Software, Infrastruktur oder Unternehmensarchitektur oder als Mischung von allem aufgefasst. Bei solchen Begriffen muss deshalb unbedingt klargestellt werden, wie man sie im eigenen Kontext interpretiert.

Für unseren CAS gilt Folgendes:

IT-Architektur = Enterprise-Architektur + Softwarearchitektur + Systemarchitektur + Infrastrukturarchitektur.

Teilnehmer unseres Lehrgangs haben als IT-Architekten gemäss unserem Kontext also einen umfassenderen Horizont als z.B. reine Enterprise- oder Software-Architekten und im Lehrgang das notwendige Rüstzeug an die Hand bekommen, um sich in ihrer weiteren Berufslaufbahn bei Bedarf einfacher in Richtung verschiedener Architekturdisziplinen wie z.B. System- oder Enterprise-Architektur zu spezialisieren.

Wie stark investieren Unternehmen in IT-Architektur?

Das kommt auf den Geschäftsbereich, die Komplexität und die Langfristigkeit der IT-Vorhaben an. Wenn ein Unternehmen ein grösseres IT-System auf die Beine stellen will, das später auch tatsächlich vernünftig zu gebrauchen sein soll, kommt es gar nicht darum herum, genügend Augenmerk auf IT-Architektur zu legen. Alles andere wäre ein Versuch der berühmten Quadratur des Kreises. Aufgrund der erwähnten stetig zunehmenden inhärenten Komplexität der IT bzw. der zunehmenden Komplexität anderer Bereiche (Geschäftsprozesse etc.) sind Unternehmen sogar in zunehmendem Masse dazu gezwungen, vermehrt in IT-Architektur zu investieren. Verstärkt wird dieser Effekt zusätzlich durch den ständig wachsenden Compliance-Druck (wie zum Beispiel durch SOX oder Basel III).

Wie unterstützt Digicomp die Lehrgangsteilnehmer dabei, an die für den anspruchsvollen Job IT-Architekt benötigten Kenntnisse zu kommen?

Dies erreichen wir durch ein Bündel an Massnahmen: Zuallererst sind unsere praxiserprobten Trainer zu nennen. Für jedes Modul des CAS  IT Architecture wird ein spezialisierter Trainer eingesetzt. Unsere Trainer vermitteln den Studierenden praxisorientierte Inhalte, die fortlaufend aktualisiert werden. Diese Inhalte können von den Studierenden in den Lehrgangsmodulen im Rahmen zahlreicher Übungen und Fallstudien und in der Zertifikatsarbeit praxisorientiert angewendet werden. Im Weiteren ist das bereits erwähnte, umfassende Spektrum unseres Kursangebots an architekturrelevanten Themen zu nennen.

Vielen Dank, Herr Chughtai, für dieses Interview!

Digital IT Architecture (CAS)

In der Mitte des Information Engineering Lifecycles werden Vorgaben zu Lösungsansätzen geformt. Dies umfasst einerseits betriebliche Prozesse, andererseits technische Lösungen. Um diese Lösungslandschaft sinnvoll auszuprägen und sie gegenüber allfälligen Alternativen abzugrenzen, ist neben der Kenntnis der Abläufe ein tiefes technisches Verständnis notwendig.

Sie wählen zwischen:

Vertiefungsrichtung «Enterprise- und Softwarearchitektur»

Vertiefungsrichtung «System- und Infrastrukturarchitektur»

Neu schliessen Sie den Lehrgang mit einer Zertifikatsarbeit statt mit einer Schlussprüfung ab. Bei erfolgreicher Abschlussarbeit verleiht Ihnen unser Partner, die Hochschule für Wirtschaft (HWZ), das «Certificate of Advanced Studies (CAS) IT Architektur».

Besuchen Sie unseren Infoabend für eine persönliche Beratung.

Zu den Detailinfos der beiden Lehrgänge

In der Mitte des Information Engineering Lifecycles werden Vorgaben zu Lösungsansätzen geformt. Dies umfasst einerseits betriebliche Prozesse, andererseits technische Lösungen. Um diese Lösungslandschaft sinnvoll auszuprägen und sie gegenüber allfälligen Alternativen abzugrenzen, ist neben der Kenntnis der Abläufe ein tiefes technisches Verständnis notwendig.

Sie wählen zwischen:

Vertiefungsrichtung «Enterprise- und Softwarearchitektur»

Vertiefungsrichtung «System- und Infrastrukturarchitektur»

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    Über den Autor

    Christine Mäder

    Christine Mäder verfügt über einen Bachelor of Arts ZFH in Übersetzen der ZHAW und einen Master of Advanced Studies in Marketing Management der Uni Basel. Nach der Ausbildung zur Buchhändlerin stiess sie 2008 während dem Übersetzerstudium zu Digicomp und sorgte als Lektorin für den sprachlichen Durchblick. Nach einem Abstecher in den Sprachdienst eines Schweizer Konzerns, unterstützte sie bei Digicomp das Marketing-Communications-Team in sämtlichen Bereichen. Seit 2014 leitet sie die kommunikativen Geschicke der Digicomp.