Google-Steuerbefehle, PageRank & Co: Sich selber finden – zumindest bei Google

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie als Betreiber bzw. Besitzer einer eigenen Website diese selbst bei Google finden und welche Informationen zur eigenen Website Sie herauslesen können, um anschliessend über Optimierungen nachzudenken.

AutorAlex Kereszturi
Datum02.03.2015
Lesezeit7 Minuten

Als Hobby-Theologe und Teilzeit-Buddhist stehe ich häufiger vor der Herausforderung, mich selbst zu finden, als wenn ich in meiner Tätigkeit als Web-Entwickler unterwegs bin. In meinem Job muss ich häufiger andere finden, als mich selbst. Bestehende Websites meiner Kunden zu analysieren und auch manchmal die Frage zu beantworten: «Warum findet man uns in Google nicht so gut?» gehört zu meinem täglich Brot.

Wie man als Betreiber bzw. Besitzer einer eigenen Website diese selbst bei Google findet und welche Informationen zur eigenen Website herausgelesen werden können, soll in diesem Blog-Beitrag kurz angeschnitten werden.

Steuerbefehle – OK, wir sind drin!

Schon mal vorab: Es geht mir hier nicht darum, einen Beitrag zum Thema Suchmaschinen-Optimierung zu schreiben. Dazu reicht ein Blog-Beitrag sowieso nicht und eine Einführung in die Suchmaschinen-Optimierung lässt sich im Rahmen eines Seminars viel besser erarbeiten. Hier soll vielmehr gezeigt werden, wie man herausfindet, ob die eigenen Websites überhaupt bei Google gelistet sind … oder nicht.

Dazu ist es erst einmal nötig, zu wissen, dass man die Suchergebnisse, die einem Google liefert, steuern bzw. filtern kann.

Ein kleines Beispiel zum Steuern der Suche bei Google:

Gebe ich den Suchbegriff «frischmarkt bio» ein, entspricht dies der Suche nach den Worten «frischmarkt» und «bio». Ich erhalte also Ergebnisse, in denen beide Worte vorkommen. Gebe ich stattdessen «frischmarkt OR bio» ein, erhalte ich Treffer in denen entweder das Wort «frischmarkt» oder das Wort «bio» vorkommt. Das kann manchmal ganz praktisch sein und erspart mir das Nacheinander-Suchen von mehreren Begriffen oder deren Varianten.

Jetzt gibt es aber noch mehr. Die Ergebnisliste lässt sich nämlich nicht nur durch Begriffe steuern, sondern z.B. mit «inurl:» auch durch das Definieren von Suchbegriffen, die in der URL vorkommen sollen. Wenn das Wort «bio» also in der URL des Treffers vorkommen soll, suche ich nach «frischmarkt inurl:bio». (Bitte beachten: ohne Abstand nach dem Doppelpunkt!)

Und so gibt es auch einen Steuerbefehl, der mir dabei hilft, die Suchergebnisse auf einen bestimmten Webauftritt zu beschränken: «site:».

Will ich also nur Treffer der Website digicomp.ch, ergänze ich meine Suche folgendermassen: «frischmarkt bio site:digicomp.ch», was – wie zu erwarten war – keine Treffer liefert.

Ein sinnvolleres Beispiel wäre natürlich, einen PHP-Kurs bei Digicomp via Google zu suchen. Das liefert mit «php site:digicomp.ch» prompt das gewünschte Ergebnis.

Oder ich will einfach wissen, wie viele Seiten eines Webauftritts bei Google gelistet sind und suche nach «site:20min.ch».

Eine Übersicht der Steuer- und Filterbefehle gibt es bei Google selbst. 

Site- und Page-Informationen – Warum sind wir drin?

Mit den oben beschriebenen Steuerbefehlen kann ich als Website-Betreiber schon mal herausfinden, ob meine Seiten überhaupt bei Google gelistet sind oder nicht. An welcher Position in der Ergebnisliste meine Seite erscheint, weiss ich dadurch aber noch nicht. Auch dieses Thema in einem Blog-Beitrag abzuhandeln, würde den Rahmen eines Blogs sprengen. Zwei Hinweise, warum die Seiten der Konkurrenz eventuell höher oben erscheinen als die eigenen, will ich aber geben.

Dazu installiere ich erst ein kleines AddOn für meinen Google Chrome Browser: Open SEO Stats. Für andere Browser gibt es ähnliche Tools und Erweiterungen.

Öffne ich nun eine beliebige Seite im WWW, zeigt mir Chrome oben rechts neben der Adresse ein kleines Icon an: . Nur schon die kleine Zahl im Icon – der Google Page Rank – gibt mir einen Hinweis auf das Ranking, sprich die Positionierung bei Google.

Der Google PageRank: so etwas wie die Anzahl «Likes» einer Website

Wenn eine Seite im Internet gut (was auch immer das heissen mag) ist, wird sie von anderen verlinkt. Je mehr eine Seite von anderen Seiten her erreichbar ist, desto besser scheint sie zu sein. Damit man jetzt aber nicht einfach Link-Spamming betreibt, achtet Google beim Berechnen des PageRanks auch auf den PageRank der Link-Quelle. Verständlicher: Wenn ich ein Facebook-Like von Hans Muster (den niemand kennt) erhalte, ist das nicht ganz so cool, wie wenn ich ein Facebook-Like von Brad Pitt (den jeder kennt) bekomme. So in etwa ist das auch mit dem PageRank.

Finden sich nun in einer Such-Treffer-Liste zwei vom Inhalt her gleichwertige Seiten, wird jene mit dem höheren PageRank weiter oben gelistet.

Als Website-Betreiber jetzt aber in Verlinkungs-Wut auszubrechen, wäre fehl am Platz. Ein niedriger PageRank ist ein Hinweis darauf, dass sich eine SEO-Analyse der Website grundsätzlich lohnen würde. Einen Fachnmann zu Rate zu ziehen oder erst einmal selbst einen SEO-Kurs zu besuchen, um die (angeblichen) Fachmänner zu verstehen, lohnt sich alleweil.

Der Seiten-Titel: der Optimierungsort mit der wahrscheinlich grössten «Hebelwirkung»

Wenn ich das kleine Icon anklicke, öffnet sich mir eine Welt voller Informationen um und über die Seite, die ich gerade anschaue. Schnell klicke ich links im Menü auf «Seiten Info», um mich nicht zu verlieren.

Hier finde ich nämlich – auch für OnLaien gut auffindbar und übersichtlich – den «Titel» der Seite. Egal welche Literatur man zum Thema Suchmaschinen-Optimierung aufschlägt, den Titel einer Seite zu optimieren, wird überall empfohlen.

Bin ich also mit der Position meiner Seiten bei Google nicht zufrieden, ist das Optimieren der Seiten-Titel ein Muss. Aber vielleicht war das ja auch schon der erste Gedanke, als man den gerade betrachteten Titel gelesen hat. 🙂

Fazit

Wenn ich Seiten bezüglich Suchmaschinen-Tauglichkeit analysiere, überprüfe ich erst einmal mit Hilfe der Steuerbefehle, ob die Seite in Google überhaupt gelistet wird. Wenn sie gefunden wird, kann ich mit Hilfsmitteln wie dem oben beschriebenen AddOn einfach und komfortabel die wichtigsten SEO-relevanten Informationen zur Seite abrufen.

Haben Sie Lust bekommen, mehr über diese Informationen zu erfahren? Wunderbar! Wir sehen uns im nächsten Kurs «Einführung in die Suchmaschinenoptimierung».


Über den Autor

Alex Kereszturi

Alex Kereszturi ist Web Solution Developer der ersten Stunden, Trike-Fahrer und Hobby-Psychologe. Als einer der ersten «Webpulisher SIZ» und als «Adobe Certified Instructor» entwickelt er seit seinem 15. Lebensjahr Lösungen für das WWW, Mobilgeräte und andere Lebenslagen. Er ist seit bald 20 Jahren Kursleiter bei Digicomp, liebt das Sein in der Natur und setzt bei seinen Schulungen auf einen guten Mix aus Information, Praxisübungen und Unterhaltung. Als Inhaber und CEO führt er die Smilecom GmbH als ein kleines aber feines Software-Entwicklungs-Unternehmen und immer wieder ein turbulentes Familienleben mit drei Töchtern.