Suchmaschinenoptimierung: kein Buch mit sieben Siegeln - wenn man sich mit HTML, CSS und JavaScript auskennt

Suchmaschinenoptimierung – ein Buch mit sieben Siegeln? Unser Kursleiter Alex Kereszturi wagt dem zu widersprechen und bietet in seinem Beitrag drei einfach nachvollziehbare Schritte und Überlegungen zum Thema, die zeigen sollen, dass SEO gar nicht so kompliziert ist.

AutorAlex Kereszturi
Datum27.03.2014
Lesezeit6 Minuten

Immer wieder purzeln E-Mails mit Angeboten zur Suchmaschinenoptimierung meiner Website in meine Inbox. Einige davon sind – an den kyrillischen Sonderzeichen gut zu erkennen – reiner Spam, andere ernst gemeinte Angebote von Web-Firmen aus der Umgebung. Ich schmunzle jeweils, wenn ich merke, dass offenbar das Impressum «meiner» Website nicht gelesen wurde, wenn ich als Inhaber einer Web-Firma von einer anderen Unternehmung mit denselben Dienstleistungen angeschrieben werde.

Was häufig herauszulesen ist aus diesen Werbe-E-Mails: Suchmaschinenoptimierung (kurz SEO für Search Engine Optimization) sei ein «Buch mit sieben Siegeln». Dem wage ich zu widersprechen und biete in diesem Beitrag drei einfach nachzuvollziehende Schritte und Überlegungen zum Thema, die zeigen sollen, dass das Ganze gar nicht so kompliziert ist. Mit etwas gesundem Menschenverstand lässt sich schon mitreden. Mit Fleissarbeit lassen sich gute Ergebnisse erzielen.

Vorab: Warum überhaupt Suchmaschinenoptimierung?

Ganz einfach: Es geht um Besucher. Auf das Thema SEO umgemünzt heisst das: Es geht um die Relevanz der zu findenden Seite in Bezug zu Suchbegriffen. Kurz: Ist meine Seite relevant, wenn es um den/die Begriffe «XY» geht?

Schritt 1: Nachdenken – wie man Suchbegriffe definiert

Ein kleines Gedankenexperiment: Nehmen wir an, wir betreiben eine Fahrschule namens «Fahrschule Müller» und sind in einer Stadt namens «Musterhausen» beheimatet.

Welcher Suchausdruck liefert am ehesten unsere Seite als Treffer, auch wenn wir noch nicht explizit SEO betrieben haben?

1. «Müller»
… wird wohl alles Mögliche – also auch Bäckereien und Schreinerbetriebe – liefern, denn «Müller» ist ja nicht unbedingt ein seltener Name.

2. «Müller Musterhausen»
… versucht die Suchresultate des ersten Suchbegriffes schon auf die Ortschaft Musterhausen einzuschränken, liefert aber immer noch auch anderes als Fahrschulen.

3. «Fahrschule»
… ist wiederum zu allgemein gehalten.

4. «Fahrschule Müller»
… kombiniert einfach zwei (zu) allgemeine Suchbegriffe miteinander.

5. «Fahrschule Musterhausen»
… ist schon mal ein vielversprechender Favorit.

6. «Fahrschule Müller Musterhausen»
… schiesst wahrscheinlich über das Ziel hinaus und man darf sich nicht wundern, wenn unsere Site ganz oben auf der Trefferliste erscheint.

Wenn wir nicht versäumt haben, auf unserer Seite die Worte auch zu verwenden, sollten wir mittels «Fahrschule Müller Musterhausen» wohl am ehesten gefunden werden. Diesen Suchausdruck geben aber wahrscheinlich nur Suchende ein, die uns schon kennen und einfach die URL vergessen haben.

Deshalb Merksatz 1:


Man versetze sich in die Situation der Suchenden!


Auch wenn Website-Betreiber dazu tendieren, den Firmennamen als Suchbegriff zu favorisieren: Das Wort «Müller» ist optimierungstechnisch beinahe irrelevant – es soll ja schliesslich gefunden werden. Die Worte «Fahrschule» und «Musterhausen» hingegen sind an Wichtigkeit für unsere Optimierungsmassnahmen kaum zu überbieten.

Trainings zu SEO

Nur wer auf der ersten Seite bei den Google-Suchresultaten angezeigt wird, darf mit organischem Traffic und damit der Chance auf Neukunden rechnen. Unsere Praxiskurse vermitteln das nötige Wissen, um den eigenen Auftritt für die grossen Suchmaschinen zu optimieren.

Zu allen aktuellen Trainings

Nur wer auf der ersten Seite bei den Google-Suchresultaten angezeigt wird, darf mit organischem Traffic und damit der Chance auf Neukunden rechnen. Unsere Praxiskurse vermitteln das nötige Wissen, um den eigenen Auftritt für die grossen Suchmaschinen zu optimieren.

Zu allen aktuellen Trainings

Schritt 2: Verbündete suchen – wie man Synergien nutzt

Glaube ich den Werbe-E-Mails, ist es ein harter Kampf ums Gefunden-Werden und niemand, ausser der sich anpreisenden Firma, hilft mir dabei.

Falsch!

Es gibt jemanden im Internet, dem es ein mindestens so grosses Anliegen ist, relevante Websites zu finden: Die Suchmaschine selbst. Google & Co. leben schliesslich davon, dass sie gute und treffende Ergebnisse liefern, sonst würden sie ja mit der Zeit nicht mehr genutzt.

So formuliere ich gerne Merksatz 2:


Google & Co. haben ein Interesse an gut optimierten Websites!


Mit dieser Überlegung erstaunt es auch nicht, dass Google selbst viele und gute Informationen zum Thema SEO anbietet. Wir suchen in Google also nach «Suchmaschinen Optimierung Google» und finden eine «Einführung in die Suchmaschinen-Optimierung» als PDF-Datei.

suchmaschinenoptimierung-seo-google-digicomp

Bereits die Einleitung des Dokuments zeigt: Google hat ein echtes Anliegen daran, dass (Zitat) «Entscheidungen bezüglich der Optimierung zuallererst darauf ausgerichtet sein sollten, was für die menschlichen Besucher unserer Website am besten ist.» Indirekt heisst das so viel, dass Versuche, die darauf abzielen, Website-Rankings ohne relevanten Inhalt zu pushen, von Google nicht nur erkannt, sondern auch negativ gewertet werden.

Schritt 3: Umsetzen – jeder nach seinen Kenntnissen

Wie im Titel dieses Blog-Beitrags bereits erwähnt, brauchen die im Google-Dokument beschriebenen Anpassungen am Code bzw. an der Struktur der Website entsprechende Kenntnisse in HTML, CSS und JavaScript, die man sich am besten kompakt, effizient und praxisorientiert an einem «Web Developer Basic»-Kurs oder in einem «Web Entwickler»-Lehrgang aneignet.

Das Dokument bietet aber auch für Entscheidungsträger einen guten Leitfaden – sozusagen eine Checkliste –, um die extern in Auftrag gegebenen Arbeiten nachzuprüfen und sich aufzeigen zu lassen, wofür man genau bezahlt. So sind denn auch die Anweisungen nicht nur in verständlicher Sprache geschrieben, sondern auch reich bebildert. Auf diese Weise kann auch der Laie ein wenig im «Buch mit sieben Siegeln» schmökern.

Persönlich empfehle ich immer, den IST-Zustand zusammenzutragen und die geplanten Anpassungen (SOLL-Zustand) mit dem Website-Betreiber gemeinsam zu erarbeiten.

Und somit der abschliessende Merksatz 3:


Suchmaschinenoptimierung ist kein Buch mit sieben Siegeln!



Über den Autor

Alex Kereszturi

Alex Kereszturi ist Web Solution Developer der ersten Stunden, Trike-Fahrer und Hobby-Psychologe. Als einer der ersten «Webpulisher SIZ» und als «Adobe Certified Instructor» entwickelt er seit seinem 15. Lebensjahr Lösungen für das WWW, Mobilgeräte und andere Lebenslagen. Er ist seit bald 25 Jahren Kursleiter bei Digicomp, liebt das Sein in der Natur und setzt bei seinen Schulungen auf einen guten Mix aus Information, Praxisübungen und Unterhaltung. Als Inhaber und CEO führt er die Smilecom GmbH als ein kleines aber feines Software-Entwicklungs-Unternehmen und immer wieder ein turbulentes Familienleben mit drei Töchtern.