Design und UX im Wandel der Zeit

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf den Design- und UX-Bereich? Ist der technologische Wandel in diesem Bereich weniger spürbar, weil er schon immer enger mit Technologie verbunden war? Wir haben Beate Reuther und Maya Schneeberger von Designerdock dazu interviewt.

AutorSheila Karvounaki
Datum05.03.2019
Lesezeit5 Minuten

Es gibt wohl keine Branche und keinen Bereich eines Unternehmens, der mittlerweile nicht in irgendeiner Art und Weise vom digitalen Wandel betroffen ist. Wir haben die Geschäftsführerinnen von Designerdock gefragt, wie die laufenden Veränderungen sich auf sie und ihr Tun auswirken.

Die Digitalisierung schreitet unentwegt voran und beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens. In der Arbeitswelt verändert sie die Art und Weise, wie wir Arbeitsprozesse gestalten und umsetzen. Wie gestaltet sich das für den Design- und UX-Bereich? Ist der technologische Wandel in diesem Bereich weniger spürbar, weil er schon immer enger mit Technologie verbunden war? Wir haben bei Beate Reuther und Maya Schneeberger von Designerdock nachgefragt.


Beate/Maya, ihr leitet die Zürcher Geschäftsstelle von Designerdock, der Personalvermittlung für die Kreativbranche im gesamten deutschsprachigen Raum. Wie hat sich die Branche in den letzten Jahren verändert?

Die Ansprüche an Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber werden immer höher und verändern sich vor allem im Bereich Work-Life-Balance, neuen Organisationsformen und dem Wissen rund um die Entwicklung von digitalen Projekten. Gute Mitarbeiter haben ihre Ansprüche, Arbeitgeber wollen nur die Besten. Für uns hat sich vor allem verändert, dass wir als Vermittler viel stärker in die Beratung einbezogen werden, sei es auf Kunden- wie auch auf Kandidatenseite. Viele möchten erst einmal wissen, wo sie genau stehen und welche Möglichkeiten es denn überhaupt noch gibt. Sei es für Arbeitgeber oder -nehmer. Wir von Designerdock beobachten den aktuellen Markt und können so Lücken erkennen, weshalb wir Ausbildungen konzipieren und initiieren (INTERACTIVE DOCK).

Design-UX

Welche dieser Veränderungen führt ihr konkret auf die Digitalisierung zurück?

Die Digitalisierung bringt nicht nur viel Freude, sondern auch Unsicherheiten. Diese Unsicherheiten sind überall zu finden. Hat man erst einmal einen Überblick gewonnen, traut man sich erst, selbstbewusst mitzureden und zu argumentieren. Was ist überhaupt noch Design oder wie kommuniziert man digital? Ängste wie auch Selbstüberschätzung führen zu Arbeitslosigkeit, sei es für Agenturen, Unternehmen oder Mitarbeiter.

Wie verhält es sich zurzeit, findet eine Verbindung der Bereiche UX und Design statt oder entwickeln sich diese zwei Bereiche eher weiter zu einzelnen Spezialgebieten?

Sowohl als auch. UX ist ja generell nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken, nur verstehen es noch nicht alle gleich. Es wird zukünftig Verbindungen geben, jedoch teilen sie sich auf in verschiedene Sparten. Der Designbereich ist sehr unterschiedlich und jede Branche hat ihre eigenen Bedürfnisse. Hierfür braucht es die entsprechende Begabung. Wir sind gespannt, welche Spezialisierungen es zukünftig noch geben wird, einige sind schon deutlich erkennbar.

Die meisten der im Bereich UX/Design geforderten Jobprofile sind nur über eine Weiterbildung (auf Tertiärstufe) zu erreichen. Mit welcher Grundausbildung schafft man sich hier die besten Voraussetzungen?

Es gibt auch hier viele verschiedene Möglichkeiten und Wege. Ein Studium in Design wäre optimal, ist aber kein Muss. Dazu kommt eine weiterführende Ausbildung in UX-Design, Digital-Design oder Ähnliches.

Was ist eure Erfahrung, setzen Unternehmen in den Bereichen UX und Design eher auf Agenturen oder rekrutieren sie inhouse?

Beides ist der Fall. Es kommt auf das Projekt und auf die internen Kompetenzen an. Danach wird entschieden, ob das Projekt an einen externen Partner geht oder die Kompetenz ins Haus geholt wird. (Frauen sind sehr willkommen.)

Wie sieht es mit der Nachfrage und dem Angebot aus, halten sie sich die Waage?

Es gibt zu wenig kompetente UX-Designer und Designer in diesem Bereich, wie auch zu wenig Ausbildungen dafür, da es immer wieder neue Anforderungen am Markt gibt.

Was brauchen Arbeitskräfte aus dieser Branche eurer Erfahrung nach, um erfolgreich im Markt zu bestehen?

Viel Freude, Neugierde und Offenheit, sich weiterzubilden und zu entwickeln, sei es über eine Weiterbildung und unbedingt auch über die Marktbeobachtung, schauen, wie machen es andere, was in anderen Ländern in ihren Bereichen gemacht wird usw.


Über den Autor

Sheila Karvounaki

Sheila Karvounaki Marti hat Journalismus und Organisationskommunikation studiert und hat sich über die Jahre auf Online-Kommunikation spezialisiert. Sie ist Community Managerin bei Digicomp und berät als Freelancerin verschiedene KMU bei ihren Online-Aktivitäten. Sie war Leiterin Kommunikation & Community Management an der SOMEXCLOUD GmbH und 10 Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, im Bereich der Projektleitung und -organisation sowie in der Forschung tätig.