«Joint Venture Experiment» at Gennex - Innovation durch Kollaboration

Die Idee hinter seinem Collaboration-Experiment an der GENNEX war es, Personen mit unterschiedlichem Hintergrund an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten zu lassen. In der Retrospektive zeigt Experte Eric Postler nun auf, wie das Experiment und der Kollaborationsprozess funktioniert haben.

AutorEric Postler
Datum28.09.2018
Lesezeit4 Minuten

In meinem letzten Blog habe ich über das geplante Expertiment zu Kollaboration an der GENNEX Konferenz geschrieben. Die Idee hinter dem Kollaborations-Experiment ist es, Personen mit unterschiedlichem Hintergrund an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten zu lassen. Wichtig ist jedoch, dass bei der Lösungsfindung die Unternehmen jeweils an der Wertschöpfung beteiligt sein müssen. In diesem Blogbeitrag zeige ich in der Retrospektive auf, wie das Experiment und der Kollaborationsprozess funktioniert haben.

Die Challenge

Um das Kollaborationsexperiment nicht zu abstrakt zu gestalten, braucht es eine gemeinsame Challenge, welche die Teilnehmenden lösen sollen. Diese ist nicht einfach zu gestalten, da die Hintergründe der Personen unklar sind. Sie muss daher so offen wir möglich gestaltet sein.

Im Experiment habe ich mich für die Challenge «Zukunft aus Bildung» entschieden, bei welcher die Teilnehmenden einen Bezug zur Bildung in ihrem Kontext herstellen mussten. Dabei ist Bildung nicht nur auf den Bildungssektor zu beziehen sondern kann beispielsweise auch die Ausbildung der Kunden für Maschinen meinen.

Design Thinking & Lego Serious Play als Vorgehensmodell

Als Vorgehensmodell haben wir einen kleinen «Minisprint» durchgeführt und sogleich auf Visualisierung gesetzt. Im ersten Schritt ging es darum, ein Verständnis für die Situation zu schaffen. Die Gruppe hatte die Aufgabe, anhand von Lego Serious Play eine Situationsanalyse durchzuführen und diese zu visualisieren.

Nach der Visualisierung der Ausgangssituation kam die erste grosse Challenge für die Gruppe: Die Definition einer Zielgruppe. Hierfür haben wir eine Persona definiert, was sich allerdings aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen als grosse Herausforderung darstellte. Denn am Workshop waren Vertreter aus der Maschinenbaubranche, dem Bildungssektor und der Dienstleistungsbranche zugegen.

Am Ende einigten wir uns auf den «Projektleiter» Emil, 40 Jahre, welcher städtisch orientiert ist, qualitätsbewusst agiert, eher introvertiert ist und der sich planerisch verhält.

Ideationphase

Nachdem die Hürde um die Persona «Emil» gemeistert worden war, ging es in die Ideationphase. Die Fragestellung lautete «Wie die Bildung der Zukunft» für Emil aussehen könnte. Um nebst dem Ambiente noch etwas Leben reinzubringen, sind wir im Kreis gelaufen und haben laut Ideen gedacht und sie in die Mitte geworfen.

In der anschliessenden Cluster-Phase wurden die Ideen sortiert. Die Gruppe einigte sich dann auf zwei Ideen: Eine «eigenen Weiterbildungsplattform als Software as a Service» und eine «E-Learning Plattform».

Ausarbeitungsphase


Dieser letzte Teil behandelte die Ausarbeitung der beiden fokussierten Ideen. Die Herausforderung hier bestand darin, dass jedes Unternehmen / jede Person einen wertschöpfenden Beitrag zur Plattform beitragen musste. Denn nur wenn mehrere Akteure gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, kann ein echter Kundenmehrwert geschaffen werden, der grösser ist als die Leistungen der einzelnen Player.

Glücklicherweise hat das gut geklappt, was nicht zuletzt auch an der Kooperationsbereitschaft der Teilnehmenden lag.

Retrospektive

Abschliessend waren wir happy, dass das Experiment geklappt hat. Es lassen sich allerdings doch noch ein paar Verbesserungspotenziale erkennen. Speziell die Formulierung der Challenge ist eine grössere Herausforderung. Durch sie soll allen Teilnehmenden ermöglicht werden können, zu partizipieren.

Des Weiteren sind Gruppengrössen mit mehr als 7 Personen aufgrund der Vielfältigkeit und der Facilitation des Mini-Design-Sprints eher schwierig . Darüber hinaus ist natürlich der Teamspirit essentiell. Man konnte schön die Phasen der Teambildung erkennen und am Ende war der Teamspirit sehr hoch mit viel Spass.

Weitere Infos

    Über den Autor

    Eric Postler

    Als Lead Avantgardist befasst sich Eric Postler bei der KPT Versicherung damit neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Als Lean Evangelist setzt er dabei voll auf Lean & Agile Methoden um die Vorhaben effizient und effektiv abwickeln zu können. Er ist Co-Organisator von Lean Startup Zürich & Lean Startup Bern, einer Meetup Gruppe für den Austausch zu Lean & Agilen Methoden im Unternehmertum und hat einen Master in Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Corporate/Business Development.