Ohne privates Facebook-Profil keine Unternehmensseite
AutorSonja Köppel
Datum10.11.2016
Lesezeit5 Minuten

Im Zusammenhang mit meinem Social Media Projekt wurde ich angefragt, ob es denn nicht möglich sei, eine Unternehmensseite auf Facebook zu erstellen ohne sich dafür extra ein privates Profil auf Facebook anlegen zu müssen. Die Verantwortliche möchte nämlich privat nicht auf Facebook präsent sein. Da auch ich die Seite nur aufbauen werde und danach nicht länger als Administratorin mit meinem persönlichen Profil zur Verfügung stehen werde, hätte auch ich Interesse an so einer Lösung.

Offensichtlich war es früher möglich, über ein Unternehmenskonto (Business Account) eine Facebook-Fanpage zu verwalten. Wer sich aber so eine anonyme Unternehmensseite angelegt hat, besass nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten und konnte ausschliesslich Werbung schalten. Seine Seite wurde nicht in der Facebook-Suche gelistet und auch nicht von Google gefunden. Ohne direkten Link zur Fanpage war man quasi unauffindbar. Man konnte sich weder mit anderen Mitgliedern noch mit Fanpages vernetzen oder Statusmitteilungen veröffentlichen. Der eigene Newsstream sowie die Chronik blieben leer und man konnte sich auch nicht gegenseitig austauschen. Es war also keinerlei Interaktion mit Fans oder Kunden möglich. Der einzige positive Aspekt – so scheint es – war, dass man sich nicht selbst bei Facebook registrieren musste!

Seit Montag, 16. Februar 2015, sind diese Accounts aber sowieso Geschichte. Wer mehrere Seiten betreut oder mit mehreren Mitarbeitenden daran arbeitet, sollte sich den Business Manager zulegen. Allerdings ist es auch da aus rechtlichen Gründen nötig, dass die Seite einer Person zugewiesen wird.

Im Moment haben nur grössere Unternehmen mit einem Werbeumsatz von über 10’000 Euro im Monat auf Facebook andere Möglichkeiten wie beispielsweise die eines Managed Business Accounts. Dort betreut ein Account Manager von Facebook das eigene Unternehmenskonto.

Wer also als Autonormalverbraucher eine Facebook Unternehmensseite erstellen will, benötigt in jedem Fall ein persönliches Benutzerkonto. Das kann man in etwa mit einer Firmengründung beziehungsweise mit einem Eintrag ins Handelsregister vergleichen. Auch dort muss man zwingend den Namen von Gesellschaftern, Verwaltungsräten, Geschäftsführenden und Zeichnungsberechtigten angeben. Zudem muss man für eine Beglaubigung noch persönlich beim Handelsregisteramt erscheinen. Es geht Facebook wohl darum, dass eine natürliche Person die Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben in Zusammenhang mit dem Firmenprofil übernimmt. Die Mitglieder verlassen sich ja schliesslich darauf, dass die Informationen, welche auf Facebook veröffentlicht werden, auch stimmen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist zudem, dass hinter dem Privaten Account immer eine „echte Person“ mit ihrem richtigen Namen steht. Ansonsten läuft man Gefahr, früher oder später von Facebook gesperrt zu werden.

Auch wenn man sich bewusst sein sollte, dass alle Meinungen oder Bilder, die man auf Facebook teilt, nicht mehr länger privat sind, muss man nicht grundsätzlich Angst davor haben, einen privaten Account bei Facebook zu erstellen. Man kann ja jederzeit selbst steuern, ob und welche Inhalte man darauf mit wem teilt. Wenn man die Privatsphäre-Einstellungen so ändert, dass einem nur Freunde kontaktieren können, dann vermeidet man jegliche Freundschaftsanfragen. Auch kann man in den Einstellungen definieren, dass man nicht via Google gefunden werden möchte.

Auf der Unternehmensseite ist das private Profil, mit dem man als Administrator agiert, zudem für andere nicht sichtbar, es sei denn, man stellt das explizit so ein.

Mein Fazit daraus ist, dass ich für die Verantwortliche ein privates Profil erstellen werde und die Unternehmensseite dann ihr zuweise. Insgesamt werde ich zwei Administratoren ernennen. Dies empfiehlt sich für den Fall, dass eine Person auf einmal keinen Zugang zum Account mehr hat.

Quellen:

 

http://www.schwindt-pr.com/2014/05/15/mythen-facebook-seiten/

http://blog.p2-medien.de/facebook-unternehmensseiten-ohne-privatprofil/


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Sonja Köppel